Waldgourmet - mit einer digitalisierten Wildmanufaktur zum Handwerksbetrieb der Zukunft

Waldgourmet GmbH
https://www.waldgourmet.de/

 

Wir nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung insbesondere in drei Bereichen, wovon rückblickend aus jedem einzelnen eine Erfolgsgeschichte hervorgegangen ist (oder bestenfalls noch hervorgehen wird).

 

1) Mitarbeitersuche:
Als ich das erste Gespräch mit den Banken zur Finanzierung der Manufaktur hatte, gab es vor allem eine kritische Frage: „Theoretisch sind die Zahlen sehr überzeugend, aber wo wollen sie in der Praxis all die Mitarbeiter herbekommen, die das umsetzen“?

Der Fachkräftemangel war offensichtlich die größte Sorge unserer jetzigen Hausbank. Als ich beim nächsten Termin drei Wochen später mit acht Kandidaten in der Tasche zum Gespräch kam, bin ich zum Schluss mit dem Gefühl gegangen, dass sich die anfänglichen Zweifel in ein „Wenn er das schafft, bekommt er alles andere auch hin.“ gewandelt hatte. Aber wie habe ich das geschafft?

 

Mit https://join.com/de-de hatte ich eine Möglichkeit gefunden, bei der ich nur eine Stellenausschreibung digital veröffentlichen musste, die dann aber automatisch auf vielen verschiedenen Jobbörsen geteilt wurde. Mit erfolgreichem Ausgang. Der erste Kandidat hat sich eine halbe Stunde nach Veröffentlichung beworben (und gestern bei uns angefangen). Daneben habe ich über Skype sogar Interviews mit „rückkehrwilligen“ Auswanderern aus Australien und Südafrika geführt.

 

2) Vermarktung:
Je direkter die Vermarktung, desto besser ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dies gilt sowohl für den Betrieb, als auch für den Verbraucher. Wir selbst stellen bewusste und hochwertige Fleisch- und Wurstwaren aus Wild- und Weidetieren her. Tendenziell resultieren daraus höherpreisige Produkte, die nicht von jedem gekauft werden (können), insbesondere auch in einer dünn besiedelten und strukturschwachen Region wie der Altmark. Wir mussten uns also der Frage stellen, wie wir Kunden finden, die unsere Produkte interessant finden und über die nötige Zahlungsbereitschaft verfügen. Die Antwort war schnell gefunden: Über das Internet. Wir haben also einen Webshop erstellt. Zum Glück hatte ich zwei Jahre zuvor schon eine Website veröffentlicht (http://www.fortschritter.org/) und dabei eine wichtige Lektion gelernt – Wenn man davon ausgeht, dass es genügt eine Internetseite ins Netz zu stellen, um Menschen zu erreichen, kann man den Designentwurf auch direkt ausdrucken, in eine Flaschenpost stecken und im Meer versenken. Dann spart man zumindest die Hostinggebühren – Wir haben also von Beginn an darauf geachtet, dass unsere Website bei der Eingabe bestimmter Suchbegriffe auch gefunden wird (Stichwort: SEO-Optimierung). In der Testphase hat dies gut genug funktioniert, so dass wir die Banken überhaupt erst mit fundierten Planungsdaten überzeugen konnten. Die meisten Kunden haben wir aktuell im süddeutschen Raum. Seit etwa vier Wochen stellen wir nun in unserer neu eröffneten Manufaktur her. Dabei würde ich soweit gehen und behaupten,
dass wir die erste (Wild)Fleischerei in Deutschland sind, die sich konsequent auf die Vermarktung über das Internet ausrichtet.

 

3) Prozessdigitalisierung:
So romantisch „Direktvermarktung über das Internet“ auch klingt, sie führt zwangsläufig zu diversen Herausforderungen. Zum Beispiel ist die Kommissionierung von Aufträgen mit relativ kleinem Umfang wesentlich aufwändiger (vor allem wenn man die Produkte selbst herstellt) und die Gewinnung vieler Kunden zunächst schwieriger als der Verkauf an wenige große Abnehmer. Wir entwickeln deshalb eine Software, die unseren handwerklichen Betriebsleiter und sein Team bei all den Tätigkeiten unterstützen soll, die sie in der Regel davon abhalten, das zu tun, was sie am besten können und am liebsten machen: gute und leckere Produkte herstellen. Wir möchten also administrative Tätigkeiten mit einer digitalen Lösung vereinfachen oder gänzlich abnehmen. Aktuell stehen wir kurz vor der Pilotphase für eins der geplanten Module, mit dem wir den Dokumentations- und Informationsaustausch zwischen unserem Betrieb und anderen beteiligten Akteuren digital abbilden möchten.

 

Auswirkung auf unserer Region:
Mit der Digitalisierung sind wir in der Lage auch überregionale Märkte mit überschaubarem Aufwand zu erschließen, so dass auch unsere eigene Region wieder gestärkt wird. Unser Fleischermeister ist zum Beispiel aus der Grafschaft Bentheim nach Gardelegen (> 350km) gezogen, weil die Erfolgsaussichten
nicht mehr ausschließlich von einer guten geografischen Lage abhängen.

 


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