mycrocast - Digitalisierung als Mittel zur Inklusion von Hörgeschädigten

mycrocast GmbH
http://www.mycrocast.de/

In unserem Beitrag geht es weniger darum, was die Digitalisierung für uns geschaffen hat, als das, was wir mittels Digitalisierung für die Gesellschaft tun. Wir sind ein junges  Unternehmen (Gründung 09/2018) aus Magdeburg. Wir beschäftigen uns mit Themen rund um das Thema auditive (Live) Übertragung.

Ursprünglich als Lösung für mangelhafte Sportberichterstattung entstanden, wollten wir jedem Sport-Verein die
Möglichkeit geben, seinen Fans einen Service zu bieten, sodass diese immer emotional dabei sein können. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein Smartphone mit der kostenfreien mycrocast App. Insgesamt handelt es sich um eine offene auditive Plattform, durch die jeder Audi-Inhalte erstellen oder konsumieren kann. Vereinfacht gesagt, um ein YouTube für Audio. Dies gibt jedem die Möglichkeit, darüber zu berichten, was er gerade sieht. Sei es Sport, Lokales oder Sonstiges.

Durch Gespräche mit Studierenden wurden wir auf eine Problematik aufmerksam, welche uns bis dahin gar nicht bewusst war. In der Altersgruppe unter 20 Jahren leiden 12 % unter leichtem bis erheblichem Hörverlust. Bei den 21- 40-Jährigen liegt diese Quote bereits bei 26 %. Dies sind nur Studierende, welche unter Hörverlust leiden. Weitere Zielgruppen unserer Technologie sind weitere Erkrankungen (u.a. Autismus), die von einer guten Akustik oder „Abschottung“ profitieren. Es ist sogar möglich, Vorlesungen aus der Ferne auditiv zu folgen. Zudem können die gehaltenen Vorlesungen den Studierenden im Nachgang auf Abruf zur Verfügung gestellt werden.

Bisherige Lösungen setzen auf bauliche Anpassungen oder der Anschaffung von zusätzlicher Hardware und adressieren nur stark beeinträchtige Personen (Hörgeräte). Durch den Einsatz des Smartphones als Empfänger ermöglichen wir es jedem Studierenden, die eigene Akustik zu verbessern, egal ob störende
Umgebungsgeräusche, leichte Hörprobleme oder andere Beeinträchtigungen. Der Aufwand für die Bildungseinrichtung als auch den Dozenten ist bewusst einfach
gehalten. Der Dozent überträgt live Audio über eine Smartphone-App und die Studierenden können ihm im Raum oder optional aus der Ferne über die Kopfhörer des eigenen Smartphones zuhören.

Dem Dozenten entsteht kein zusätzlicher Aufwand. Innerhalb von 30 Sekunden startet er eine Übertragung. Diese Inhalte können im Nachgang auch auf Abruf bereitgestellt werden. Die Übertragungstechnologie kann bei dem Bildungsträger als On Premises-Lösung oder über eine Cloud bereitgestellt werden. Die Studierenden können sich auf das Wesentliche konzentrieren oder wie Prof. Maria Klatte (Expertin für Wirkungen von Hintergrundgeräuschen auf geistige Tätigkeiten) es beschreibt: „Wenn man sich sehr anstrengen muss, um den Dozenten zu verstehen, vergeudet man geistige Kapazität, die man eigentlich für das Behalten und Verarbeiten der gehörten Information bräuchte.“

Wir haben bereits konkrete Gespräche mit verschiedenen Einrichtungen (OvGU, TU Braunschweig, Goethe Uni, IHK Cottbus). Bei den Terminen waren auch Studierende mit Hörgeräten eingebunden, um direktes Feedback zu erhalten. Mit der Otto-von-Guericke-Universität wurde bereits eine Pilotierung für das kommende Semester vereinbart. Magdeburg und insbesondere Sachsen-Anhalt wären damit Vorreiter in einem Themenfeld, welches zukünftig an Relevanz gewinnen wird. Durch zu lautes Musikhören in den Teenagerjahren werden zukünftig zunehmend Personen mit leichtem Hörverlust Bildungsveranstaltungen besuchen. Die Bildungseinrichtungen sind dabei bemüht, eine Gleichheit beim Erwerb von Wissen anzubieten.

Unsere Technologie kann zukünftig aber auch für Sehbeeinträchtigungen relevant werden. Der Weg hin zu einer blindengerechten Applikation ist nicht weit. Wir haben es ermöglicht, dass ein neuartiger Audio Codec auf jedem Smartphone eingesetzt werden kann. Dies war vorher in der Form nicht möglich. Der neuartige Audio Codec sorgt für eine hohe Qualität bei geringer Datenrate und ist dem gängigen mp3-Format überlegen. Eine Audio-Übertragung ist so selbst in schwachem mobilen Netz (EDGE) möglich.

Unser Motto ist dabei „agiere lokal, denke global“. Wir wollen in Zukunft weitere Arbeitsplätze (derzeit 9 Mitarbeiter) für Sachsen-Anhalt schaffen und eine aus Sachsen-Anhalt stammende Technologie in die Welt tragen und für Aufmerksamkeit sorgen. Neben dem erhaltenen ego.START-Gründerstipendium, waren wir das erste Unternehmen Sachsen-Anhalts, welches die Bewilligung zu Digital Creativity erhalten hat. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt hat das Potenzial unserer Digitalisierung bereits frühzeitig erkannt, weshalb wir uns als idealen Teilnehmer für „Digitale Erfolgsgeschichten in Sachsen-Anhalt“ sehen.


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