Die internationale Hundesportplattform working-dog

Dögel GmbH www.doegel.de


Nicht nur im Silicon Valley, auch hier bei uns im ,Kabelske Valley’ in Sachsen-Anhalt werden digitale Erfolgsgeschichten geschrieben: Die vom IT-Dienstleister Dögel GmbH entwickelte Internetplattform „working-dog“ hat sich in den letzten 15 Jahren zum Facebook, Google und Wikipedia für Rassehunde und Hundesport, Besitzer und Züchter entwickelt – mit sogenannten Country Partnern in aktuell mehr als 20 Ländern auf allen Kontinenten, darunter Iran, Taiwan und Kolumbien.

Mathias Dögel, Geschäftsführer der Dögel GmbH, hatte von Kindheit an eine ausgeprägte Affinität zum „treuesten Begleiter des Menschen“. Nachdem er als Teenager ins Thema Hundesport eingestiegen war, strickte der ausgebildete IHK-Systemkaufmann 2003 – mehr aus Liebhaberei – eine erste, simple Website mit den „Ahnentafeln“ erfolgreicher Rassehunde. 2005, Dögel war inzwischen erfolgreich in die Selbstständigkeit gestartet, wurde die Seite erstmals mit einer vom Benutzer selbst erweiterbaren Datenbank verknüpft. Der große Schub kam 2007/2008: Da hatte er dann schon ein mögliches Geschäftsmodell für working-dog im Hinterkopf und hat über das Förderprogramm Innovationsassistent Sachsen-Anhalt einen Programmierer speziell dafür eingestellt – zunächst durchaus von erheblicher Skepsis, ja Ungläubigkeit begleitet. Aber das macht einen guten Unternehmer letztlich aus, dass er dem Hier und Jetzt gedanklich fünf, zehn Jahre voraus ist. Nun konnten sich – neben den eingestellten Rassehundprofilen – auch Besitzer, Züchter und Hundesportler registrieren und miteinander vernetzen.

Erst meldeten sich pro Monat 100 Leute an, kurze Zeit später waren es schon 1000 neue Mitglieder monatlich. Parallel dachte Matthias Dögel über ein Businessmodell jenseits von bloßen Werbeeinnahmen nach. 2009 haben wir den Premium-Account eingeführt, der über die Zahlung einer monatlichen Gebühr den Zugriff auf exklusive Inhalte erlaubt – etwa einen detaillierten Ergebnisdienst von allen relevanten Turnieren oder Videomitschnitte internationaler Meisterschaften. Dies ging einher mit einer breit angelegten Offensive in Sachen Bewegtbild: Wir haben zum einen jede Menge Filmaufnahmen und VHS-Kassetten von vergangenen Wettkämpfen aufgekauft, diese digitalisiert und mit den Profilen der dort vertretenen Hunde, Besitzer und Züchter verknüpft. Zum anderen haben wir uns mit Hilfe von Dienstleistern ein eigenes Übertragungsteam aufgebaut. Auf diese Weise zeichnen wir 400 Wettkämpfe pro Jahr auf und bieten von den 40 größten Hundesport-Events komplette Livestreams an. Die eigens dafür zu erwerbenden Pay-per-View-Tickets seien zu einer wichtigen Ertragsquelle geworden: Wenn Sie in Kanada wohnen und die WM in Italien stattfindet, wägen Sie schließlich ab, ob Sie 4000 Euro für die Reise ausgeben oder 40 Euro für unseren Livestream.

Das schlägt die Brücke zum nächsten wichtigen Entwicklungsschritt – der seit 2010/2011 immer weiter voranschreitenden Internationalisierung von „working-dog“. Als erstes haben wir alle Inhalte ins Englische übersetzt – heute läuft die Plattform in mehr als 20 Sprachen, darunter Hongkong-Chinesisch und Mandarin. Eine Schlüsselstellung nehmen die sogenannten Country Partner ein. Das ist ein ausgewiesener Fachexperte im jeweiligen Land, der für uns Übersetzungen, Webseitenaktualisierungen und Videoaufnahmen besorgt, die Mentalität vor Ort kennt und den Kontakt zu den im Hundesport immens wichtigen Verbänden und Vereinen pflegt. Die ganze Kommunikation mit „Kabelske Valley“ erfolgt selbstredend digital, etwa per Skype. Das internationale Geschäft außerhalb des deutschsprachigen Raumes macht inzwischen 60 Prozent aus. Dank working-dog sind wir weniger stark auf die Kaufkraft hierzulande angewiesen. Und mit der Plattform als eigenem Produkt können wir unsere Auslastung als IT-Dienstleister ein ganzes Stück unabhängiger steuern. Für das Portal siehen wir noch jede Menge weiteres Potenzial: Wir haben aktuell 250.000 Nutzer. Allein in Deutschland gibt es jedoch rund 600.000 organisierte Hundesportler und -züchter. Global betrachtet liegt unsere Erschließungsrate erst im einstelligen Prozentbereich. Da geht also noch jede Menge mehr – vom „Kabelske Valley“ in die große weite Digital-Welt.

TEXT: Andreas Löffler